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Unser zweites Gehirn – das Bauchgehirn

Eine Hand hält eine Glühbirne vor einem dunklen Hintergrund. In der Birne ist ein illustriertes Gehirn, das leuchtet.

„Aus dem Bauch heraus eine Entscheidung treffen“, „aus dem Bauch heraus reagieren“, „ein Gefühl aus dem Bauch heraus“ oder „Schmetterlinge im Bauch haben“. Das alles sind Sprichwörter, die wir kennen, häufig hören und verwenden. Hat der Bauch mehr zu bieten als wir bisher dachten?

Was ist ein Bauchgehirn?

Haben Sie schon einmal den Begriff Bauchgehirn gehört? Immer mehr Wissenschaftler reden von einem Bauchgehirn. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Von der Speiseröhre bis hin zum Darmausgang befindet sich ein komplexes Nervensystem bestehend aus 100 bis 200 Neuronen. Dieses Nervensystem wird auch enterisches Nervensystem (ENS) genannt und ist größer als das Nervensystem im Rückenmark.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die beiden Nervensysteme nicht nur denselben Zelltypen besitzen. Sie benutzen auch dieselben Botenstoffe zur Kommunikation. Während das Glückshormon im Kopf das Wohlbefinden steuert, reguliert es im Bauch den Rhythmus der Darmtätigkeit.

Welche Aufgaben hat unser zweites Gehirn?

Die Hauptaufgabe unseres zweiten Gehirns ist die Verdauung. Es hat die Regulierung der Darmtätigkeiten „im Blick“: also Darmbewegung, Stoffaufnahme, Darmentleerung sowie Sättigungsgefühl.

Diese Aufgaben erfolgen autonom. Das heißt, sie laufen unabhängig vom Gehirn ab. Sie sind nicht auf die Steuerung durch das Gehirn angewiesen und können durch das Gehirn auch nicht aktiv beeinflusst oder gesteuert werden.

Das Bauchgehirn ist aber nicht vollkommen losgelöst vom Denkorgan, sondern steht unter Einfluss der beiden Gehirnregionen Sympathikus und Parasympathikus.

Verbindung von Denk- und Bauchgehirn

Wie gesagt, funktionieren die beiden Gehirne unabhängig voneinander, sind aber in ständiger Kommunikation. Als Kommunikationsweg fungiert ein Nerv, der die beiden verbindet.

So kann der Verdauungstrakt dem Gehirn signalisieren, wenn der Magen gefüllt, Nährstoffbedarf gedeckt und genügend getrunkene Flüssigkeit aufgenommen wurde.

Beispiel für gemeinsame Kommunikation: Wenn man etwas Verdorbenes isst, alarmiert das Bauchgehirn das Gehirn, dass eine Gefahr besteht. Das Gehirn reagiert, indem es motorische Reflexe sendet. Das Ergebnis: Man erbricht das Essen mitsamt Giftstoff.

In der gegenseitigen Kommunikationshierarchie steht das Bauchgehirn sogar über dem Gehirn. Denn ungefähr 90 % der Informationen, werden von unten nach oben geleitet, während nur 10 % runter geleitet werden.

Einen flauen Magen und Schmetterlinge im Bauch haben

Welchen Einfluss hat das Bauchgehirn auf unsere Emotionen? In Studien mit Ratten wurde getestet, ob bei der Verhinderung von Informationsweitergabe vom Bauch zum Gehirn das Verhalten der Tiere beeinflusst werden würde. Tatsächlich reagierten die Ratten in Situationen, die normalerweise Angst auslösten, ohne ihr Bauchgefühl furchtlos. Die Signale, die vom Bauch zum Gehirn geschickt werden, beeinflussen also das Angstverhalten.

Aber auch unsere Emotionen haben Einfluss auf unseren Darm. Wie zum Beispiel beim Reizdarmsyndrom. Bei einem Reizdarm werden die Symptome mit steigenden Stresssituationen schlimmer.

So hat es immer seine Berechtigung, ein ausgewogenes Miteinander von Bauch und Kopf zu finden. Die beiden Gehirne machen es uns ja sehr gut vor.