Reizdarm oder Irritabler Darm (lat. Colon irritabile) - Krankheitsbild

Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, ist jedoch, wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, ungefährlich.

Es ist weder mit der Entwicklung ernsthafter Darmerkrankungen noch mit einer eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Dennoch kann die Lebensqualität im Einzelfall stark eingeschränkt sein, u. a. durch ständige Schmerzen, unangenehme Stuhlgewohnheiten, Krankschreibungen und durch die Entwicklung sozialer Phobien.

Hilfe in Anspruch nehmen fällt vielen schwer. Nur wenige Menschen reden offen über ihr Problem, da es sich, ähnlich wie bei der chronischen Verstopfung, um ein Tabu-Thema handelt. Es ist vielen Betroffenen unangenehm, selbst ihrem Arzt gegenüber darüber zu sprechen.

Funktionelle Störungen sind die häufigsten Erkrankungen in der Magen-Darm-Heilkunde. Bereits beim Hausarzt machen Patienten mit funktionellen Beschwerden 10-12% aller Patienten aus, in einer gastro-enterologischen Fachpraxis sind es bis zu 50 %.

Bei den gängigen Untersuchungen, wie Spiegelung, Computertomographie oder Ultraschall sowie bei Labortests finden sich bei funktionellen Störungen keine Ursachen. Diese Untersuchungen müssen jedoch zum Ausschluß anderer Magen-Darm-Erkrankungen durchgeführt werden.

Quellen:

Reizdarmsyndrom