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Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom - Krankheitsbild

Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, ist jedoch, wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, ungefährlich.

Es ist weder mit der Entwicklung ernsthafter Darmerkrankungen noch mit einer eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Dennoch kann die Lebensqualität im Einzelfall stark eingeschränkt sein, u. a. durch ständige Schmerzen, unangenehme Stuhlgewohnheiten, Krankschreibungen und durch die Entwicklung sozialer Phobien.

Hilfe in Anspruch zu nehmen, fällt vielen schwer. Nur wenige Menschen reden offen über ihr Problem, da es sich, ähnlich wie bei der chronischen Verstopfung, um ein Tabu-Thema handelt. Es ist vielen Betroffenen unangenehm, selbst ihrem Arzt gegenüber darüber zu sprechen.

Funktionelle Störungen sind die häufigsten Erkrankungen in der Magen-Darm-Heilkunde. Bereits beim Hausarzt machen Patienten mit funktionellen Beschwerden 10-12% aller Patienten aus, in einer gastro-enterologischen Fachpraxis sind es bis zu 50%.

Bei den gängigen Untersuchungen, wie Spiegelung, Computertomographie oder Ultraschall sowie bei Labortests finden sich bei funktionellen Störungen keine Ursachen. Diese Untersuchungen müssen jedoch zum Ausschluss anderer Magen-Darm-Erkrankungen durchgeführt werden.

Reizdarmsyndrom - Symptome

Die Beschwerden sind immer chronisch und sehr vielgestaltig. Leichte Episoden wechseln sich mit starken Beschwerden ab.

Es kann zu Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder zum Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung kommen. Es finden sich auch Bauchschmerzen oder Unwohlsein mit Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Häufigkeit, Konsistenz) und Besserung der Beschwerden durch Stuhlgang.

Für die Diagnose Reizdarmsyndrom gilt, dass diese Beschwerden während wenigstens drei Monaten innerhalb des letzten Jahres bestanden haben müssen.

Nebenkriterien, die die Diagnose unterstützen, aber für sich keine Diagnose erlauben, sind:
abnorme Stuhlhäufigkeit (z.B. mehr als 3 Stühle pro Tag oder weniger als 3 Stühle pro Woche), abnormes Absetzen von Stuhl (z.B. starkes Pressen, Stuhldrang, Gefühl der unvollständigen Entleerung), schleimiger Stuhl.

Unbehandelt kann ein Reizdarmsyndrom zu ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen, einschließlich Übergewicht und verminderte Gesundheit von Haut und Haar führen.

Reizdarmsyndrom - Ursachen

Das Reizdarmsyndrom wird von vielen Wissenschaftlern und Ärzten als ein Konglomerat von Störungen mit ähnlicher Symptomatik, aber unterschiedlicher Ursache angesehen. Diese Ursachen sind noch nicht ausreichend bekannt. Es ist allerdings inzwischen klar, dass zumindest bei einem Teil der Patienten eine subtile Störung der Funktion des darmeigenen Nervensystems vorliegt. Durch eine fehlerhafte Verschaltung kommt es zu einem gestörten Bewegungsablauf und dazu, dass normale Verdauungsvorgänge als schmerzhaft empfunden werden (erniedrigte Schmerzschwelle im Dickdarm). Weiterhin werden immunologische und auch psychische Faktoren diskutiert. Weitere Ursachen können u.a. in einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Darmes und in chronischen Stoffwechselstörungen liegen.

Reizdarmsyndrom - Therapie

Infolge der ungeklärten und sehr unterschiedlichen Ursachen gestaltet sich die Behandlung oft recht schwierig. Arzt und Patient sind oft gleichermaßen frustriert.

Je nach vorherrschendem Symptom kann die Behandlung auf unterschiedliche Weise versucht werden:
Bei Durchfall können Mittel zum Einsatz kommen, die die Darmtätigkeit hemmen und dadurch eine verminderte Wasserausscheidung über den Darm bewirken. Hierdurch wird die Stuhlkonsistenz fester und die Stuhlgangshäufigkeit nimmt ab. Bei Verstopfung haben sich wasserlösliche Ballaststoffe wie z.B. Flohsamenschalen als empfehlenswert herausgestellt. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Pfefferminzöl oder hochkonzentrierter Extrakt aus Melissenblättern haben sich bei Reizdarm bewährt. Es sind die darin auf den Darm beruhigend wirkenden ätherischen Öle, ebenso wie Alkaloide aus Nachtschattengewächsen (Wirkstoff: Butylscopolamin). Abführmittel sollten jedoch nur in ärztlicher Absprache versucht werden.

Ein vielschichtiger Ansatz kann helfen, den Symptomen eines irritablen Darms vorzubeugen bzw. sie zu mildern:
Nahrungsbestandteile, die Reizdarmsymptome auslösen oder verstärken können, sollten identifiziert und möglichst weggelassen werden. Beispiele sind Milchzucker (Lactose), Fette unterschiedlicher Herkunft, Gluten, Fructose, Schokolade, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke. Reichliches Trinken, mehrere kleine Mahlzeiten und die Aufnahme von Ballaststoffen können die Symptome lindern.

Stress ist ein wichtiger Auslöser. Vermeidung bzw. Minderung des Stresspegels kann eine Verbesserung bringen. Viel Bewegung, körperlicher Ausgleich, aber auch Meditation und psychologische Beratung können helfen, Stress abzubauen bzw. zu kanalisieren. Mit dem Rauchen aufzuhören kann sich ebenfalls als wirksames Mittel erweisen.

Ein Arzt sollte unbedingt aufgesucht werden, wenn:

  • bisher keine Diagnose gestellt wurde
  • Blut mit dem Stuhlabgeht (auch wenn der Stuhl schwarz gefärbt ist)
  • Gewichtsverlust auftritt, der nicht aus einer Diät resultiert

Medizinische Studien beschäftigen sich mit der Erforschung neuer Wirkstoffe gegen Reizdarm.
Wenn auch Sie sich professionelle medizinische Beratung und Hilfe zum Thema Reizdarmsyndrom wünschen, stehen Ihnen eine Reihe von Spezialisten auf diesem Fachgebiet zur Verfügung – zum Beispiel das Expertenteam von emovis in Berlin. Wenn Sie weitere Informationen bezüglich einer Studienteilnahme zum Reizdarmsyndrom möchten, dann klicken Sie gerne hier.

Jeden Tag unter Bauchschmerzen zu leiden und nach fast jedem Essen einen aufgeblähten Bauch zu bekommen ist kein angenehmes Gefühl und ist in vielen Fällen die Konsequenz des sogenannten Reizdarmsyndroms. Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms, welche sich durch wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen und Verstopfung bemerkbar macht. Die Krankheit kann physisch und psychisch sehr belastend sein, ist aber im Allgemeinen nicht gefährlich.

Typische Beschwerden des Reizdarmsyndroms, sind anhaltende Bauch- oder Unterleibsschmerzen, Krämpfe sowie ein veränderter Stuhl. Es lässt sich ein geschlechterspezifisches Schema erkennen, wobei Frauen eher unter Verstopfung und Männer eher unter Durchfall leiden. Dies bestätigt allerdings nicht immer die Regel. Weitere Anzeichen des Reizdarmsyndroms sind Völlegefühl, Blähungen oder schleimiger Ausfluss. Oftmals erfolgt die Erkrankung schubweise: Beschwerdefreie Episoden wechseln sich mit Phasen stärkerer Beschwerden ab.

Vom Reizdarmsyndrom ist in den meisten Fällen der Dickdarm betroffen. Dort befördert die Darmmuskulatur den anfangs noch dünnflüssigen Nahrungsbrei langsam, aber stetig vorwärts, währenddessen wird ihm das Wasser entzogen und die unverdaulichen Teile der Nahrung werden zu Stuhl verdickt. befördert die Muskulatur den Nahrungsbrei zu schnell durch den Darm, bleibt zu viel Wasser im Stuhl und es kommt zu Durchfall. Wird er zu langsam befördert, kann es zu Verstopfung kommen. Oftmals zieht sich die Darmmuskulatur zu stark zusammen und treten schmerzhafte Krämpfe auf. Die Ursachen konnten bisher noch nicht genau geklärt werden.

Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht, denn: was der eine hilfreich findet, scheint die Beschwerden die einem anderen eher zu verschlechtern. Wer beispielsweise das Gefühl hat, dass bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken, kann testen, ob es hilft darauf zu verzichten. Nicht nur was, sondern auch wie man isst kann die Beschwerden Verringern/ verstärken, so sollte man auch auf die Portionsgröße und Abstände zwischen den Mahlzeiten achten. Es ist hilfreich ein Tagebuch zu führen und somit Schemata herauszufinden. Da die Ursache noch nicht herausgefunden wurde, gibt es keine allgemeingültige Therapie, aber es gibt verschiedene Mittel die laut Wissenschaftlern beim Reizdarmsyndrom helfen können, dazu gehören:

  • Ballaststoffpräparate wie Mittel aus Flohsamen
  • Pfefferminzöl
  • Probiotika
  • Krampflösende Mittel
  • Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung
  • Verschiedene Arzneimittel wie Antibiotika und Antidepressiva
  • Psychologische Verfahren wie Stressbewältigung und Hypnose