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Wie sich Reizdarmpatienten mit ihrem Bauch versöhnen können

Häufige Bauchschmerzen, Durchfälle oder Verstopfung - Patienten mit Reizdarmsyndrom haben Beschwerden, die die Lebensqualität massiv einschränken. Viele ziehen sich sozial zurück und leiden auch psychisch stark unter ihrer Erkrankung. Besonders frustrierend: sowohl die Ursachen, also auch Therapiemöglichkeiten der Krankheit sind bisher noch weitgehend unerforscht. Wie man es dennoch als Betroffener schafft, die Symptome zu lindern und ein Stück Freiheit zurückzugewinnen, erfahren Sie in unserem neuesten Artikel.

Das Grundproblem, das Reizdarm-Patienten vermutlich kennen, ist, dass es sich bei der Erkrankung um eine sogenannte Ausschlussdiagnose handelt. Das Reizdarmsyndrom ist sozusagen der Rest, der übrig bleibt, wenn Lebensmittelunverträglichkeiten und andere Magen-Darm-Erkrankungen als Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen sind. Das ist für die Patienten aus zwei Gründen extrem unbefriedigend: Erstens sind die Symptome so unterschiedlich und individuell, dass man verschiedene Typen des Reizdarms unterscheidet. Einige Patienten haben starke und mehrmals täglich auftretende Durchfälle, andere haben Verstopfung, wieder andere leiden vorwiegend an Bauchschmerzen. Zweitens sind die Ursachen für den Reizdarm weitestgehend ungeklärt. Beispielsweise gibte es keinerlei Erklärung dafür, dass Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Und deshalb steht für den Reizdarm bisher auch keine Heilung zur Verfügung. So besteht die Therapie meistens darin, die Symptome zu lindern und den Patienten trotz ihrer Beschwerden ein gutes Leben und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Welche Möglichkeiten Betroffene also haben, sich mit ihrem Bauch zu versöhnen, haben wir hier zusammengefasst.

Umfassende Anamnese und Diagnostik

Es gibt zahlreiche Magen-Darm-Erkrankungen, die gut behandelbar sind. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten sind vergleichsweise leicht zu therapieren. Deshalb sollte der allererste Schritt sein, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen, und zwar mithilfe umfassender Diagnostik. Es stehen beispielsweise Allergietests, Darmprovokationstests, Blutuntersuchungen und Darmspiegelung zur Verfügung.

Auch sollten Betroffene am besten einen Facharzt aufsuchen, im besten Falle einen Gastroenterologen. In vielen Fällen kann der Hausarzt Fachärzte vermitteln, auch Krankenkassen haben Beratungshotlines und Facharztübersichten.

Medikamente

Es gibt zwar keine Medikamente, die das Reizdarm-Syndrom heilen können. Für eine erste Linderung der Beschwerden gibt es aber zahlreiche Medikamente, die bei Blähungen, Schmerzen, Verstopfung und Durchfall helfen können. Es hat sich außerdem gezeigt, dass bei einigen Patienten niedrig dosierte Antidepressiva auf das Nervensystem des Darms einwirken und helfen können, die Symptome zu lindern. Patienten sollten sich zur medikamentösen Therapie von ihrem behandelnden Arzt beraten lassen. Allerdings dürfen diese Medikamente natürlich nicht die einzige Therapie darstellen und auch nicht zu häufig eingesetzt werden.

Die Psyche: Psychotherapie und Achtsamkeit

Zwischen Psyche und Magenbeschwerden besteht ein enger Zusammenhang: viele Betroffene schildern, dass es ihnen an Tagen oder in Phasen, in denen sie unter Stress stehen oder sich in psychischen Belastungssituationen befinden, schlechter geht, oder dass in solchen Phasen die Symptome zum ersten Mal auftreten. Das Reizdarmsyndrom wird daher häufig zu den psychosomatischen Erkrankungen gezählt. Daher ist es enorm wichtig, Stress zu vermeiden und zu lernen, mit Belastungssituationen besser umgehen zu können. Das gelingt durch Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Yoga oder Meditation. Hier müssen Betroffene Eigeninitiative ergreifen und die Methode finden, die ihnen am meisten zusagt.

Auch eine Psychotherapie kann weiterhelfen. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann.

Tagebuch führen

Ein Symptom-Tagebuch zu führen, kann in vielfacher Weise helfen. So kann man sowohl Zusammenhänge zwischen der emotionalen Verfassung, dem empfundenen Stresslevel, den verzehrten Lebensmitteln eines Tages und den Beschwerden aufdecken. Außerdem kann allein die Selbstbeobachtung und das Bewusstwerden darüber, wie es einem wirklich geht, also die Steigerung der Achtsamkeit, schon helfen, die eigene Situation realistischer und nüchterner zu einzuschätzen und nicht in negativen Gedankenspiralen gefangen zu bleiben. Folgendes sollte täglich protokolliert werden:

  • Schmerzverlauf
  • Stuhlverhalten (zum Beispiel Häufigkeit, Menge, Konsistenz)
  • Stressempfinden, Stimmungslage
  • verzehrte Nahrungsmittel
  • sonstige Beschwerden

Ernährung mit Beratung

Die Ernährung ist bei Magen-Darm-Beschweden logischerweise die wichtigste Stellschraube. Betroffene müssen durch Selbstbeobachtung, beispielsweise mithilfe eines Tagebuches, erkennen, welche Lebensmittel sie gut vertragen und welche ihnen nicht bekommen. In diesem Bereich gibt es auch Ernährungstherapien, die speziell auf das Reizdarmsyndrom zugeschnitten sind und bei denen in einem mehrmonatigen Prozess eine umfangreiche Beratung und Erstellung von Ernährungsplänen geboten wird. Diese Therapien werden auch anteilig von den Krankenkassen übernommen.

Auch das Essen selbst sollte achtsam sein: Man sollte darauf achten, langsam und in Ruhe zu essen, nicht zu große Portionen zu sich zu nehmen, genug zu kauen und dabei genügend zu trinken.

Das emovis-Studienzentrum führt bald eine klinische Studie zum Durchfall-Typus des Reizdarmsyndroms durch. Informieren Sie sich gerne unter https://www.studien-in-berlin.de/studienuebersicht/#future und lassen Sie sich von unseren Prüfärzten zu einer Studienteilnahme oder zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten beraten.

Hilfreiche Links:

http://www.hochschulambulanz-naturheilkunde.de/integrative_medizin/ernaehrungsmedizin/

https://www.swr.de/swr2/wissen/reizdarm-provokationstest/-/id=661224/did=22305056/nid=661224/1pz1jun/index.html

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Reizdarm-Neuer-Test-soll-Ursachen-im-Darm-klaeren,darmtest100.html
www.ik-h.de/leistungsspektrum/ernaehrungsmedizin
www.uksh.de/innere1-kiel/Klinikschwerpunkte/Gastroenterologie.html
www.gastro-liga.de
www.reizdarm.one
https://www.darm-mit-charme.de/