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Patientenstimmen: von einer, die an einer Depressions-Studie teilnahm

Frau blickt in Ferne

Depressionen sind inzwischen eine der häufigsten Volkskrankheiten – doch derzeit eingesetzte Medikamente schlagen oftmals nur unzufriedenstellend an. Darum ist es notwendig, nach wirksameren Antidepressiva zu forschen. Wir bei emovis beteiligen uns an diesem Vorhaben – ein Vorhaben, das ohne engagierte Studienteilnehmer nicht möglich wäre. In unserem Blogbeitrag kommt eine ehemalige Patientin zu Wort, die 2019 an einer unserer Depressions-Studien teilgenommen hat.     

 

Patientenstimme – Angelika F.* (59)

„Rückblickend weiß ich, dass ich es einfach nicht wahrhaben wollte.“

Hallo, mein Name ist Angelika F. Ich leide unter wiederkehrenden Depressionen. Dass mir dieser Satz über die Lippen geht – das hat seine Zeit gebraucht. Alles begann 2017 mit einem Burn-out, den ich selbst gar nicht realisierte. Seltsam, nicht wahr? Zwar musste ich oft aus heiterem Himmel losweinen, aber richtig einordnen konnte ich das nicht. Ich machte mir einfach keine großen Gedanken darüber. Rückblickend weiß ich, dass ich es einfach nicht wahrhaben wollte. Die Erkenntnis schlug erst zu, als ich wie so oft wegen anderer Beschwerden bei meinem Arzt war. Er merkte mir an, dass irgendetwas nicht stimmte und ließ nicht locker: „Frau F., da ist doch noch etwas.“ Ich weiß auch nicht, aber dieser eine Satz hat irgendwie einen Schalter in mir umgelegt: Ich brach in Tränen aus und fühlte mich, als würde eine Riesenlast von meinen Schultern fallen. Ein Jahr lang wurde ich krankgeschrieben. Ich besuchte die Reha und nahm Medikamente, mit denen es mir ganz gut ging – na ja, so gut, wie es einem halt gehen kann.

 

„Ich hoffte, vielleicht ein besseres Medikament zu finden.“

Eines Tages, als ich im Internet herumstöberte, wurde ich auf eine klinische Studie aufmerksam. Ein neues Medikament gegen Depressionen sollte überprüft werden und dafür suchte man Teilnehmer. Ich beschloss mitzumachen, obwohl ich bis dahin mit Studien nichts am Hut gehabt hatte. Aber ich war nun einmal sehr unzufrieden mit meiner Situation. Ich hoffte, vielleicht ein besseres Medikament zu finden. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für meine Leidensgenossen. Wissen Sie, einer Freundin von mir geht es psychisch auch alles andere als gut. Aber im Gegensatz zu mir weigert sie sich vehement, Medikamente zu nehmen. 

 

„Ich fühlte mich fast wie bei einer Therapiestunde.“

Telefonisch vereinbarte ich ein Beratungsgespräch, das auch ganz unverbindlich war. Ich war sehr positiv überrascht von der Freundlichkeit der Mitarbeiterin. Im Herbst 2019 war es dann so weit: Meine Studienteilnahme bei emovis begann. Ich war hoffnungsvoll, aber im Grunde hatte ich keine großen Erwartungen. Natürlich kam mir auch der Gedanke, dass in einer Medikamentenstudie ja auch etwas schiefgehen könnte. Aber diese Bedenken wurden mir schnell genommen. Alle Studienärzte waren superfreundlich, vor allem zu meiner persönlichen Ärztin fasste ich schnell Vertrauen. Viele Menschen mit Depressionen, auch ich selbst, finden es schwer, über die Krankheit offen und ehrlich zu sprechen. Doch bei meiner Ärztin fiel es mir überraschend leicht, mich zu öffnen. Es half ungemein zu wissen, dass mir eine kompetente Fachärztin gegenübersitzt und nicht irgendeine Allgemeinmedizinerin, die von Depressionen keine richtige Ahnung hat. Ich konnte mir all meine Sorgen und Fragen von der Seele reden – ich fühlte mich fast wie bei einer Therapiestunde.

Meine Studienteilnahme ging von September bis Dezember. Täglich musste ich meine Medikamente einnehmen. Das wurde auch ganz genau durch Videoüberwachung kontrolliert. Jede Woche ging ich ins Studienzentrum zur Visite, um meinen gesundheitlichen Zustand überprüfen zu lassen. Dabei war es wichtig, nüchtern zu erscheinen – umso toller fanden ich und mein leerer Magen es, dass das Studienteam für alle Patienten leckeres Frühstück vorbereitet hatte!  

Insgesamt war meine Studienteilnahme bei emovis eine positive Erfahrung. Ich wusste währenddessen nicht, ob ich tatsächlich das zu testende Medikament bekomme oder nur ein Placebo. Darüber wurde ich am Ende der Studie aufgeklärt, was ich sehr gut finde. Einmal habe ich etwas länger warten müssen bei der Visite. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Mitarbeiter mich wissen lassen, dass ich nicht vergessen wurde und gleich an der Reihe bin. Aber das war halb so schlimm und kam, wie gesagt, nur ein einziges Mal vor. Insofern habe ich nicht wirklich etwas zu kritisieren.

 

„Auf jeden Fall wenigstens ausprobieren – was haben Sie zu verlieren?“

Ich weiß nicht, ob Sie überlegen, an einer Studie teilzunehmen. Ich für meinen Teil kann sagen: Auf jeden Fall wenigstens ausprobieren – was haben Sie zu verlieren? Man kann ja jederzeit aus der Studie aussteigen. Und auch wenn es schleimig klingt: Ich fühlte mich bei emovis in guten Händen und bin sicher, dass Sie das auch werden. Meinen Mann habe ich jedenfalls schon angesteckt mit meiner Begeisterung: Im vergangenen Jahr habe ich ihn zu einer Impfstudie mitgeschleppt. Zuerst hatte er sich geweigert, aber irgendwann hatte ich ihn weichgekocht. Und was soll ich sagen – er bereut seine Studienteilnahme ebenso wenig wie ich. Ich habe seine Worte noch genau im Ohr: „Mensch, die sind ja alle so nett und dann bekommt man auch noch Geld dafür!“ In diesem Sinne von uns beiden ein großes Danke an das gesamte Studienteam!

*Der Name wurde geändert.

 

Klinische Forschung Berlin: Studien zu Depressionen

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