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20 Jahre emovis: unsere bisherige Geschichte

Wir bei emovis feiern 20 Jahre Jubiläum: ein guter Anlass, um unsere Entstehungsgeschichte einmal Revue passieren zu lassen sowie einen Blick in die Zukunft zu wagen! Lesen Sie im Interview mit Dr. med. Bettina Bergtholdt, Gründerin und Geschäftsführerin von emovis, welche unserer Vorgehensweisen sich bis heute als erfolgreich erweisen, warum Wachstum manchmal gebremst werden muss und inwiefern emovis unter einem Apfelbaum „geboren“ wurde.

 

Frau Dr. med. Bergtholdt, erinnern Sie sich noch an das genaue Gründungsdatum von emovis?

Am 15. März 2001 waren wir beim Notar und die GmbH wurde gegründet. Natürlich sind dem einige Monate an Planung vorangegangen, dafür gibt es aber kein genaues Datum.

Warum haben Sie emovis gegründet? Hatten Sie damals eine bestimmte Vision? Wenn ja, hat sie sich geändert?

Meine Vision damals war vor allem, auch beruflich ein unabhängiges Leben zu führen. Das ist nach wie vor der wichtigste Aspekt für meine Zufriedenheit im Beruf. Und diese Vision konnte ich mir erfüllen und das macht mich auch glücklich. Alles andere kam mit der Zeit, durch Zufall, ungeplant. Also ich hatte keine Vision in dem Sinne, dass ich mir vorstellte, wie groß die Firma werden soll, was sie noch machen könnte, das alles nicht.

Hätten Sie gedacht, dass emovis 20 Jahre alt wird? Oder gab es auch Momente des Zweifelns?

Es gab viele Momente des Zweifelns, gerade beziehungsweise eigentlich ausschließlich in Phasen der finanziellen Instabilität. Das war aber immer nur ein Zweifeln daran, ob wir es schaffen, es war kein Zweifeln, dass ich das möchte. Ich habe nie darüber nachgedacht, ob emovis 20 Jahre alt wird. Ich bin jetzt eher überrascht, dass es emovis schon so lange gibt.

Wenn Sie zurückblicken: Gab es Fehler, die in der Anfangszeit bei emovis gemacht wurden? Wenn ja, inwiefern hat man daraus gelernt?

(lacht) Hunderte von Fehlern, ja. Aus 80 Fehlern hat man vielleicht gelernt, 20 macht man immer wieder. Sie wollen jetzt bestimmt Beispiele… Wir haben zum Beispiel mit dem minimal erlaubten Gründungskapital gegründet – das würde ich nie wieder machen. Es hat sich nämlich gezeigt, dass das zu wenig ist, um eine Firma zu starten – zumindest eine Firma, wie ich sie gegründet habe. Das hat den Start sehr schwierig gemacht. Ein anderes Beispiel: Es gab mehrere Phasen, in denen es bei emovis zwei Menschen an der Spitze gab. Was, obwohl ich ein total verträglicher und netter Mensch bin, im Endeffekt nie geklappt hat. Das würde ich auch nicht wieder machen. Und generell habe ich gelernt, dass man in Krisen nicht auf die Bremse, sondern aufs Gaspedal treten muss, um aus der Krise wieder herauszukommen.

Welche Vorgehensweisen haben sich bis heute bewährt beziehungsweise als erfolgreich erwiesen?

Mitarbeiter als selbstverantwortliche, selbstständige und erwachsene Menschen anzusehen und zu behandeln. Einen respektvollen und würdevollen Umgang mit Auftraggebern, Patienten und Mitarbeitern. Zu wissen, dass Menschen Höchstleistungen nur in einem Umfeld erbringen, in dem sie richtig Freude an der Arbeit haben. Dank gegenüber Studienteilnehmern tatsächlich zu empfinden und auch zu leben – Dank dafür, dass sie bereit sind, an klinischen Studien teilzunehmen und zu versuchen, ihnen dafür etwas zurückzugeben.

Wenn Sie auf die letzten fünf Jahre blicken: Worauf sind Sie besonders stolz?

Ich bin besonders stolz darauf, dass ich gelernt habe, abzugeben. Ich kann inzwischen, glaube ich, relativ gut loslassen und zum Beispiel unsere Direktoren „laufen lassen“ und das Vertrauen haben, dass sie zu mir kommen, wenn sie Unterstützung brauchen. Dass ich da nicht kontrolliere, sondern loslassen kann – das ist für viele Chefs und Chefinnen nicht einfach.

Und wenn Sie auf die nächsten fünf Jahre blicken: Was möchten Sie zukünftig anders beziehungsweise besser machen?

Ich arbeite nach wie vor daran, sowohl meine Arbeitsbelastung als auch die meiner Mitarbeiter reduzieren zu können und trotzdem wirtschaftlich stabil zu sein. Ob mir das innerhalb der nächsten fünf Jahre gelingt – es ist zumindest eines meiner wesentlichen Ziele für die nächsten Jahre. 

Welchen Herausforderungen sieht sich emovis aktuell gegenübergestellt? Welche Herausforderungen könnten zukünftig dazukommen?

Momentan gibt es zwei große Herausforderungen: Die eine ist die Instabilität in der klinischen Forschung. Es ist ja immer Projektarbeit. Es werden sehr große Projekte angefragt und angekündigt – die können eine Woche vor Start wieder abgesagt werden, die können sich um drei Monate nach hinten verschieben, die können aber auch einen Monat früher als geplant anfangen. Es ist herausfordernd, mit dieser Unvorhersehbarkeit in diesem Geschäft – die mit Corona deutlich intensiver geworden ist –, umzugehen. Die zweite große Herausforderung: Im Moment wächst emovis und ich muss das Wachstum eher bremsen, um eine gesunde Geschwindigkeit hinzubekommen. Das ist nicht einfach.

Können Sie das näher erläutern? Inwiefern wächst emovis momentan?

Die Anzahl der Aufträge nimmt zu, der Umfang pro Auftrag nimmt zu, wir bekommen Anfragen zu ganz neuen Dienstleistungen im Bereich der klinischen Forschung. Die finde ich zwar ausgesprochen spannend, aber letztendlich ziehen sie die Eröffnung einer weiteren Abteilung oder eines komplett neuen Dienstleistungsangebots nach sich, wie zum Beispiel unsere Covid Trial Unit. All das sind natürlich Sachen, die aufwendig sind, die Investitionen und eine Vergrößerung der Mitarbeiteranzahl erfordern. Es ist nicht einfach, Mitarbeiter zu finden, die qualifiziert sind und den emovis-„Geist“ mittragen. Unsere Mitarbeiter müssen natürlich auch trainiert, eingearbeitet werden und das geht nicht immer so schnell, wie man sie eigentlich brauchen würde.

Möchten Sie noch etwas zur Geschichte von emovis erzählen, was ich nicht erfragt habe?

Ja, die schöne Anekdote, dass emovis unter einem Apfelbaum gegründet wurde. Ich war bei meinem damaligen Chef im Garten eingeladen, in Lübeck. Ich war nicht eingeladen, um eine GmbH mit ihm zu gründen, sondern es gab verschiedene Dinge zu besprechen. Ich habe damals für ihn in Berlin gearbeitet und bei einem Glas Rotwein unter dem Apfelbaum haben wir erst einmal nur aus Spaß gesagt: „Warum machen wir es nicht einfach selbst?“ Wir beide haben damals an der Universität gearbeitet und haben dann relativ schnell, aus so einer Weinlaune heraus, gesagt: „Ja, gründen wir eine GmbH.“ Und weil niemand anderes da war als ich – ich war damals junge Assistenzärztin –, wurde ich Geschäftsführerin. Nach diesem Entschluss habe ich mir ein Buch gekauft mit dem Titel „Wenn Frauen gründen“ und erst einmal nachgelesen, was es heißt, Geschäftsführerin zu sein und was eine GmbH überhaupt ist. Da war ich dann relativ überrascht.

Vielen Dank für das Interview – auf viele weitere erfolgreiche Jahre bei emovis!