Alkoholabhängigkeit - Krankheitsbild

In unserem mitteleuropäischen Alltag spielen alkoholische Getränke eine recht bedeutende Rolle. Das Bier zum Feierabend, das Glas Wein zum guten Essen, der Verdauungsschnaps, der Longdrink in der Disko, der Cocktail in der Bar am Wochenende. Die Getränkeindustrie will ja auch leben, Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Gastronomie sind vom Alkohol unmittelbar abhängig. Und über die Branntwein-, die Schaumwein- und die Biersteuer verdient nicht zuletzt der Staat am Alkoholgenuss der Bürger. In Maßen genossen, soll Rotwein ja sogar gesundheitsfördernd sein.

Aber es gibt auch die Schattenseite: Wer Sorgen hat, hat auch Likör, wusste schon Wilhelm Busch, und er bringt dann das traurige Ende einer Säuferkarriere auf den Punkt. Was vielleicht als lustvolle Betäubung unangenehmer Gefühle am Wochenende begonnen hat, endet in vielen Fällen wenn nicht im Delirium, so doch in einer desolaten Abfolge aus Wach- und Rauschzustand, in denen der Betroffene nicht mehr eigenständig handeln kann, nicht mehr entscheiden kann, ob er weiter trinken möchte – oder sich wieder den Realitäten des Lebens stellen will. Häufig wird die Abhängigkeit geleugnet, Entzugserscheinungen werden zunehmend gravierend, das Familienleben zerfällt, berufliche Schwierigkeiten häufen sich bis zum Jobverlust. Alkohol schädigt zusehends den Körper und die Gesundheit der Betroffenen, die häufig viel zu früh sterben.

Auch die Übergangszeit, die sog. „Abhängigkeitsgefährdung“, ist in vielen Fällen bereits Teil einer Sucht-Biographie, die ohne fremde Hilfe allzu häufig in die scheinbar ausweglose Abhängigkeit führt.

Alkoholabhängigkeit